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Heimsieg bei der 34. Kitzbüheler Alpenrallye:

“Carabinieri” verteidigten ihren Vorjahrstitel

Rallyerlebnis auf den schönsten Alpenstraßen mit Highlight Großglockner

KITZBÜHEL. Erlebnis Alpenrallye! Die 34. Kitzbüheler Alpenrallye hatte alles zu bieten, was das Oldtimerherz begehrt: Atemberaubende Fahrzeuge, spannende Bewerbe, tolle Strecken, begeisterte Zuschauer. Regen, Nebel und Sonnenschein machten die 517 Kilometer auf traumhaften Strecken zu einem abwechslungsreichen Erlebnis für die 163 Starter. Den Gesamtsieg holten sich Titelverteidiger Alexander Linz mit Copilotin Michaela Beznaus (A), die auch heuer nicht zu schlagen waren.

Alle waren sich einig: es war eine der schönsten Rallyes der letzten Jahre – vor allem der Blick auf den Großglockner und die traumhafte Samstag-Etappe durch das Tiroler Unterland sorgten für strahlende Augen bei den 163 Teams, die anfangs etwas mit dem Wettergott haderten. Nach strahlendem Sonnenschein bei der technischen Abnahme am Donnerstag zeigte Petrus pünktlich zum Start erstmals seine Launen: TVB-Direktorin Dr. Viktoria Veider-Walser gab das Startkommando zur 34. Kitzbüheler Alpenrallye im strömenden Regen, der auch einen Großteil des Feldes auf dem Prolog durch das Brixental begleitete. 

Abenteuerliche Alpenstraßen – von Nebel bis Sonnenschein

Abenteuerlich begann auch die Königsetappe der heurigen Alpenrallye zum “Dach Österreichs”. Wolken verdeckten die mächtigen Bergriesen der Hohen Tauern, bei der Auffahrt auf die Großglockner-Hochalpenstraße bei 4 Grad über Null kämpften sich die Oldies durch dichte Nebelschwaden. Erst auf der Südseite des Tauernmassivs klarte der Himmel auf und der schneebedeckte Gipfel des 3.798 Meter hohen Großglockners spitzte immer wieder aus den Wolken. Ein Erlebnis – wie auch die Rückfahrt entlang des mächtigen Hochkönig-Massivs. Bei der abschließenden große Schleife durch das Unterland am Samstag (Kaiserwinkl-Runde) zeigte sich die Tiroler Bergwelt bei strahlendem Spätsommerwetter von ihrer schönsten Seite.

Kurzum: Herrliche Routen mit einmaligen Ausblicken auf die majestätische Bergwelt zwischen Kitzbüheler Alpen, Wildem Kaiser, Hohen Tauern und dem Hochkönig-Massiv und mit sattgrünen Wiesen und schroffen Felswänden sorgten für das einmalige „Erlebnis Alpenrallye“ mit grandiosen Blicken auf die schönsten Alpengipfel. Gänsehautfeeling bescherte wie jedes Jahr die Fahrzeugparade zum Abschluss, bei der sich die 163 Rallyeteams dem begeisterten Publikum in der Kitzbüheler Altstadt präsentierten.

Automobilgeschichte aus nächster Nähe

… das bietet Jahr für Jahr die Kitzbüheler Alpenrallye. Automobilfans aus nah und fern ließen sich auch heuer wieder dieses Großereignis für Classic-Car-Liebhaber nicht entgehen und schenkten den automobilen Schmuckstücken den verdienten Applaus: Klassiker aus sechs Jahrzehnten gingen bei der 34. Alpenrallye an den Start: Vom ältesten Fahrzeug im Starterfeld, einem Bentley 3/4,5 “Mother Gun” aus 1925, der sich in guter Gesellschaft mit 17 anderen spektakulären Vorkriegsklassikern der 1920er und 30er Jahre befand, über Coupés, Roadster und Limousinen der 50er und 60er Jahre bis hin zu Raritäten der 70er Jahre – die Alpenrallye ist ein Querschnitt der Automobilbaukunst aus sechs Jahrzehnten. Diesmal waren nicht weniger als 30 unterschiedliche Marken vertreten.

Insgesamt 25.000 Pferdestärken waren auf den drei Tagesetappen mit fast 520 Kilometern unterwegs: vom bärenstarken Ferrari 365 GT 2+2 (Bj. 1970) mit 320 PS bis zum tschechischen Tatra 57A Sport aus 1938 mit bescheidenden 20 PS unter der Haube. Der viel beklatsche Zuschauerliebling bewältigte die gesamte Strecke wie seine PS-starken Kollegen – zwar etwas langsamer, aber doch erfolgreich.

Titelverteidiger waren nicht zu schlagen
Zum Sportlichen: Nach drei spannenden Bewerbstagen mit insgesamt 32 Prüfungen und einer Gesamtstrecke von 517 Kilometern konnten Alexander Linz und Co-Pilotin Michaela Beznaus aus Mauerbach/NÖ auf Alfa Romeo Giulia “Carabinieri” (1972) ihren Vorjahressieg souverän verteidigen. Sie gewannen die Sanduhrklasse, die Königsklasse ohne elektronische Hilfsmittel, aus der der Alpenrallye-Gesamtsieger gekürt wird. Auf Platz zwei landeten Hans Mazzucato und Sebastian Klackl aus Wien (Jaguar XK 140 FHC, 1955), auf dem dritten Rang Peter Ulm und Gerald Hegenbart, ebenfalls aus Wien auf Porsche 911 (1969). – Die Sportwertung (mit elektronischer Unterstützung) gewannen Helmut Lorenzoni und Mike Angermann aus Kirchberg/Tirol, A, auf Porsche 911, 1967 vor Felix Haffa und Patrick van der Heyden (Kitzbühel, A) auf Austin Healey 100/4 BN1, 1955 und Stefan und Melanie Wirtgen (Vettelschloß, D) auf Mercedes-Benz 300 SL, 1958.
Der Sieg in der Classic-Trophy (gleiche Strecke, 16 Prüfungen) ging an Dieter und Tina Horn, Marbach, D (Porsche 356 A T2 Coupé) vor Ulrich und Petra Knieling aus Frankfurt, D, auf Triumph TR5 PI, 1968, und Ralf Ehlen und Heike Köppel (Ratingen, D) auf Porsche 356 Roadster, 1959. Auch den Sieg in der Sepp-Greger-Bergwertung sicherten sich Dieter und Tina Horn.
Als schönste Autos der Veranstaltung wurden bei den Vorkriegsfahrzeugen ein Lagonda LG 45 Rapide, Baujahr 1937 (Carl-Peter und Didi Forster, Aurach) und bei den Nachkriegsmodellen ein Mercedes 300 SL Roadster Bj. 1962 (Hans-Jürgen Benze, Viktor von Süßkind, Starnberg, D) ausgezeichnet.
35. Kitzbüheler Alpenrallye: 1. bis 4. Juni 2022
Infos, Ergebnisse: